[REVIEW] Kai Meyer: Arkadien erwacht

Sonntag, 20. November 2011

Titel: Arkadien erwacht
Autor/in: Kai Meyer
Erscheinungsjahr: 2009
Originaltitel: Arkadien erwacht
Verlag: Carlsen
Preis: 19,90€
Seiten: 415
Notes: Teil 1 der Arkadien-Reihe rund um die MafiaPlus oder auch die Arkadier-Mafia.




Sie wartete. Zögerte. Dann zog sie den Kopf zurück, bevor sich ihre Lippen berühren konnten. Einen Herzschlag lang sah er verletzt aus, aber dann lächelte er, blinzelte in die Sonne und sagte: „Wenn es so weit ist, dann will ich dabei sein.“
„Wenn was so weit ist?“
„Wenn du allen anderen nicht mehr in die Augen schaust, als hätten sie dir gerade den Krieg erklärt. Und wenn du merkst“ – er deutete nach vorn über die Schlucht –, „dass manches zwar aussieht wie das Ende der Welt, sie in Wahrheit aber weitergeht, drüben auf der anderen Seite.“

Als Rosa in ein neues Leben auf Sizilien aufbricht, ahnt sie noch nicht, dass dieses sich keineswegs als besser entpuppt als das, das sie in New York zurücklässt. Da die Familie ihres verstorbenen Vaters zur Cosa Nostra gehört, zur Mafia, geht sie zwar davon aus, dass es nicht einfach werden wird. Doch dass sich ihr Neuanfang, der eigentlich mit viel Ruhe und Abgeschiedenheit beginnen sollte, zum Albtraum entwickelt, weiß sie noch nicht, als sie während ihres Fluges nach Sizilien auf Alessandro Carnevare trifft, der, wie er sagt, wegen „Familiengelegenheiten“ zu Besuch bei seiner Familie ist.

Bald stellt sich allerdings heraus, dass es sich bei Alessandros Familie ebenfalls um eine Mafia-Familie handelt, und noch dazu den Clan, der schon immer mit Rosas Familie, den Alcantaras verfeindet ist. Besonders brenzlig, die sich allmählich entwickelte Beziehung, wenn man bedenkt, dass Alessandros Vater, das Familienoberhaupt, gerade erst verstorben ist und noch einige Wochen bleiben, ehe Alessandro offiziell das Erbe seines Vaters und damit den Sitz des Familienoberhauptes antreten kann.

Bis dahin jedoch haben es nicht nur die anderen Mafiosi auf ihn abgesehen, sondern vor allem auch seine eigene Familie. Allen voran der ehemalige Berater seines Vaters, Cesare, der den Mord an Alessandros Mutter veranlasste und der nun alles daran setzt, Alessandro zur Strecke zu bringen.

Fast, als wäre all das noch nicht genug, überschlagen sich alsbald die Ereignisse. Plötzlich hat der Blutdurst der Mafiosi eine ganz neue Bedeutung, die weit in die Vergangenheit führt. Die Lage spitzt sich noch weiter zu, als Cesare versucht, Rosa den Mord an seinem Sohn in die Schuhe zu schieben und immer deutlicher wird, dass es bei den Arkadiern, den Überlebenden von Atlantis und heutigen sich in Tiere verwandelnden Mafiosi ein noch größeres Geheimnis zu lüften gibt, als man sich auch nur vorzustellen vermag …

Wie man sieht, habe ich zu Gunsten des werten Herrn Kai Meyer mal wieder gegen meine Grundregel verstoßen, die ja ganz eindeutig besagt, dass ich – aus guten Gründen, wie ich ja finde – von deutschen Autoren gefälligst die Finger lasse. Aber bisher habe ich von der Arkadien-Reihe einfach viel zu viel Gutes von Menschen gehört, die eigentlich ja einen richtig tollen Büchergeschmack haben, als dass ich die Bücher weiter hätte ignorieren können.

Als ich dann also vor ein paar Wochen mit meinem Stiefpaps mal wieder in der Bibliothek war, hab ich glatt zugegriffen, dachte mir, dass es jetzt wirklich mal Zeit wird, selbst herauszufinden, ob die Bücher nun gut oder schlecht sind. Ob es sich nun lohnt, für Kai Meyer meine No-Germans-Allowed-Leseregel zu brechen oder nicht.

Nun, das lässt sich ganz einfach sagen: Es hat sich sehr wohl gelohnt. Zwar dachte ich nach etwa 40 Seiten, dass ich das Buch abbrechen würde, weil Rosa mich – ganz ernsthaft – fast zu Tode genervt und angekotzt hat. Aber dann wurde es definitiv besser. Viel besser. Ich habe das Buch jetzt innerhalb eines Tages durchgelesen – was ja für sich sprechen dürfte.



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