[REVIEW] Ilsa J. Bick: Ashes - Brennendes Herz

Sonntag, 1. Januar 2012

Titel: Brennendes Herz
Autor/in: Ilsa J. Bick
Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: Ashes
Verlag: Egmont INK
Preis: 19,99€
Seiten: 503
Notes: Teil 1 der Ashes-Reihe.
- Rezensionsexemplar -




Wie weit würdest du gehen, um deine Liebe zu retten?

Er blickte zu ihr hinab. Zarte, makellose Schneekristalle legten sich auf sein Haar.
„Meinst du das ernst?“
Sie waren einander so nah, dass sie das Pulsieren seiner Halsschlagader sah.
„Ja“, antwortete sie, „das meine ich ernst.“
„Dann möchte ich, dass du mir etwas versprichst“, sagte er.
Alex‘ Herz begann laut und heftig zu pochen. „Was?“
„Falls ich mich verändere“, begann Tom, „versprich mir, dass du mich umbringst.“


Alex ist erst siebzehn Jahre alt und hat doch bereits mit ihrem Leben abgeschlossen, als sie zu einer Wanderung in die Berge aufbricht, um die Asche ihrer Eltern in einen See zu streuen … und sich vielleicht umzubringen. Zuerst der Tod ihrer Eltern und dann die Diagnose eines bösartigen Gehirntumors, der auf keine Behandlung anspricht, haben ihr alles genommen. Doch dann passiert etwas sowohl Unvorhergesehenes, wie auch Furchtbares. Denn gerade, als sie auf die kleine mürrische Ellie, deren Hündin Mina und ihren Großvater Jack getroffen ist, verändert sich … einfach alles.

Während Ellie und Alex nur vor Schmerzen kaum klar denken können, als diese Art von unheimlichem Blitz über sie hereinbricht, stirbt Jack auf der Stelle – genau, wie auch scharenweise Vögel und andere Tiere. Alex bleibt mit Ellie zurück, die sich nur nach langem Weigern dazu überreden lässt, Alex zu begleiten. Zudem funktioniert kein Handy mehr, kein iPod, nichts, was man als technische Spielerei bezeichnen könnte.

Auf ihrer Wanderung zu einer Hütte der Parküberwachung begegnet den beiden immer wieder das Grauen in Persona – ob vollkommen durchgedrehte Jugendliche, die eine ältere Frau verspeisen oder auch verwilderte Hunde, die in ihnen ihre nächste Mahlzeit sehen. Doch dann treffen sie auf Tom und alles scheint plötzlich nur noch halb so schlimm zu sein. Als Soldat in Afghanistan weiß er sich in der Wildnis zu helfen und rettet Alex und Ellie immer wieder das Leben.

Aber gerade, als die drei sich aufmachen, um herauszufinden, ob das, was sie über ein altes Funkgerät aus anderen Ländern erfahren haben – dass irgendjemand über Atommülldeponien EMP-Bomben gezündet hat und diese sich dann von selbst in die Luft gejagt haben – überschlagen sich die Ereignisse. Andere Überlebende – mit Ausnahme weniger Ausnahmen in Alex‘ und Toms Alter haben nur Menschen ab fünfundsechzig überlebt – schießen Tom an und nehmen Ellie und Mina mit, ohne dass Alex sie aufhalten kann.

Schließlich bleibt Alex keine andere Wahl, als Tom zurückzulassen und Hilfe zu holen. Im Städtchen Rule nimmt man sie nach anfänglichen Zweifeln auf und kehrt mir ihr zu der Stelle zurück, wo sie Tom zurücklassen musste. Aber er ist verschwunden. Kaum, dass sie wieder in Rule ist, steht eines fest – freiwillig lässt man sie dort nicht mehr gehen. Sieht man in den Verschonten in Alex‘ Alter doch die Zukunft. Und außerdem ist da auch noch Chris, der Enkel des Vorsitzenden des Rats der Fünf, der in Rule das Sagen hat und die still geschwiegene Tatsache, dass es sehr wohl einen Grund gibt, warum die Stadt bisher von den Monstern, den dem Wahnsinn verfallenen Jugendlichen verschont wurde …

Nachdem dieses Buch in der Vergangenheit immer mal wieder in einem Atenzug mit den Tributen von Panem genannt wurde, die ich ja geradezu verschlungen habe, waren meine Erwartungen dementsprechend hoch. Und kritisch, wie ich bin, hat es auch seine Zeit gedauert, bis ich richtigen Zugang zum Buch bekommen habe. Aber als es dann so weit war, hat mich die Geschichte so gefesselt, dass ich das Buch kaum aus der Hand nehmen konnte.

Nicht nur, dass der Gedanke, dass wir Menschen uns irgendwann selbst in die Steinzeit – oder so ähnlich – zurückkatapultieren, gar nicht mal so abwegig ist. Nein, auch die Reaktionen der Menschen auf diese Katastrophe werden so realistisch dargestellt, dass man bisweilen das Gefühl hat, mit Alex, Tom und Ellie durch die Lande zu ziehen. Der Beginn einer Reihe, der Lust auf mehr macht. Oder besser – der Auftakt einer Reihe, die man einfach weiter lesen will. Einziger Minuspunkt ist der hohe Ekelfaktor und die Tatsache, dass das Buch auch im Hinblick auf den Hintergrund des buchstäblichen Weltuntergangs leider nicht für schwache Mägen geeignet ist.



Für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlich bei Egmont INK.

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