[REVIEW] Cornelia Funke: RECKLESS // Lebendige Schatten

Sonntag, 20. Januar 2013

Märchenhaft. Genial-spannend. Großartig.

Titel: Lebendige Schatten
Autor/in: Cornelia Funke
Erscheinungsjahr: 2012
Originaltitel: Lebendige Schatten
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€
Seiten: 414
Notes: Teil 2 der Reckless-Reihe.

KLAPPENTEXT:
Er knöpfte das Hemd auf. "Ich habe nach einer Medizin gesucht." Der rote Saum, der die Motte umgab, sah aus, als hätte jemand sie mit frischem Blut umrahmt. Fuchs holte tief Luft. "Was bedeutet das?" Ihre Stimme klang noch heiserer als sonst. Sie las ihm die Antwort vom Gesicht ab. "Also das war der Preis." Sie gab sich Mühe, gefasst zu klingen. "Ich wusste, dass dein Bruder seine Haut nicht umsonst zurückbekommen hat." Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Die Augen der Füchsin, braun wie angelaufenes Gold. 

Sechs Mal wird die Motte auf seiner Brust zubeißen, bevor sie zurück zu ihrer Herrin fliegt und Jacob dem Tod überlässt. Die fieberhafte Suche nach dem Schatz, der ihn retten könnte, beginnt. Ein Wettlauf gegen die Zeit - und gegen den Goyl Nerron. Dem Goyl geht es darum, der beste Schatzjäger in der Spiegelwelt zu sein. Für Jacob Reckless aber geht es um Leben oder Tod.

Das dunkle Märchen geht weiter ...

ZUSAMMENFASSUNG:
Will ist wieder ein Mensch und lebt wieder in der normalen Welt. Aber Jacob verbringt seine Zeit immer noch hinter dem Spiegel in der anderen Welt - zumindest, wenn er nicht in unsere Welt zurückkehrt, um Schätze, die er vor Jahren an ahnungslose Händler verkaufte, zurückzukaufen, in der Hoffnung, dass sie ihn vor dem Tod retten können, der ihn ereilen wird, sobald die Motte über seinem Herzen sechsmal zugebissen hat - der Preis dafür, dass sein kleiner Bruder Will kein Goyl mehr ist.

Auf einer dieser Reisen trifft er auf einen mysteriösen Mann, der ihm seine Visitenkarte gibt. Wieder in der Spiegelwelt enthält die Karte immer wieder wie von Zauberhand Nachrichten an Jacob. Der wiederum klammert sich nun an die Möglichkeit, nicht sterben zu müssen, wenn er die sagenumwobene Armbrust des Hexenschlächters findet. Doch dafür müssen Fuchs und er erst einmal das Herz, den Kopf und die Hand des Hexers finden, denn nur dann wird das Schloss wieder auftauchen, in dem die Armbrust verborgen ist. Aber er ist nicht der einzige, der die Armbrust sucht.

Auch der so genannte "Bastard", ein Goyl namens Nerron und ebenfalls Schatzjäger wie Jacob, ist auf der Suche. Und nicht nur er. An seiner Seite sind der Thronerbe von Lothringen, ein überhebliches Bürschchen namens Louis und zudem Nachfahre des Hexers, ein zwielichtiger Wassermann und der Lehrer des Prinzen. Jeder der Schatzsucher hat seine eigenen Gründe, die Armbrust zu finden. Und ganz besonders Nerrons Ehrgeiz wächst und wächst, weil Jacob stets als bester Schatzjäger genannt wird, nicht er. Eine nervenzerfetzende Suche beginnt - und Jacob läuft die Zeit davon, denn die Motte beißt immer wieder zu ...

FAZIT:
Ein Tag hat es gedauert - mit Pause zum Schlafen -, bis ich dieses Buch gelesen hatte. Und es war einfach ... unglaublich spannend. Obgleich ich das erste Buch der Reihe, RECKLESS: Steinernes Fleisch schon vor mehr als eineinhalb Jahre gelesen habe, habe ich mich sofort wieder in die Geschichte vertiefen, in sie eintauchen können. Von der ersten Seite an hatte ich das Gefühl, Jacob, Will, Fuchs und die Spiegelwelt gerade erst verlassen zu haben. Genauso spannend war die Geschichte auch.

Es war fast geradezu schmerzhaft, beim Lesen eine Pause zu machen - habe ich auch nur getan, als mir die Augen zufielen oder mein Magen alles andere übertönt hat -, so sehr hat mich Cornelia Funkes Welt gefangen genommen. Denn sie ist voll und ganz einzigartig, ganz genauso wie jeder einzige Protagonist. Und die Liebe zwischen Fuchs und Jacob ist auf eine Weise besonders, wie sie mir noch nie begegnet ist. Denn es stört nicht, dass sie einander so missverstehen. Nein, das ist nur das Sahnetüpfelchen auf diesem märchenhaften, genial-spannenden, großartigen Buch.

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