[REVIEW] Beth Revis: Godspeed // Die Reise beginnt

Sonntag, 16. September 2012

Titel: Die Suche beginnt
Autor/in: Beth Revis
Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: Across the Universe
Verlag: Dressler
Preis: 19,95€
Seiten: 446
Notes: Teil 1 der Godspeed-Trilogie.

>> Junior:
Es ist ihr Haar, das mich anzieht. Es ist so rot.
Ich ruhe das Glas, in dem sie liegt, und merke erst jetzt, wie kalt es ist. Mein Atem bildet weiße Wölkchen. Meine Fingerspitzen bleiben am Glas haften. Ich lege die Hand oben auf den Glaskasten über ihr Herz. Verglichen mit ihrer dunklen Haut ist meine ein Schatten. <<


>> Amy:
Ich renne und renne und renne.
Vorbei am Krankenhaus, durch den Garten und an einem Teich vorbei. Bis zur kalten Metallwand. Dort bleibe ich stehen und schnappe nach Luft. Mein Herz hämmert in meinen Ohren. Ich strecke eine Hand aus und berühre die Wand. Meine Finger ballen sich zur Faust. Und da wird mir die wichtigste Tatsache bewusst, was das Leben hier betrifft. Man kann nirgendwo hinrennen. Aber, flüstert mein Herz, da ist Junior. <<

Was müssen Amy und Julior opfern, um auf der Godspeed zu überleben?

2036. Eine Gruppe ausgewählter Menschen bricht zu einer Mission auf. Sie wollen die Erde verlassen und den Fortbestand der Menschheit auf einem neu entdeckten Planeten sichern. Ein Planet, den zu erreichen 300 Jahre dauern wird. Aber da kein Mensch 300 Jahre lebt, friert man die ein, deren Unterstützung und Wissen auf dem neuen Planeten unabgingbar ist - und damit auch die Eltern der siebzehnjährigen Amy. Obgleich man sie vor die Wahl stellt, zu bleiben, entscheidet sie sich dann doch dafür, ihre Eltern zu begleiten und sich ebenfalls eintrieren zu lassen.

Jahrhunderte später ist die Godspeed, das Raumschiff, das die Menschheit zu dem neuen Planten bringen soll, noch immer unterwegs und Junior, sechzehn Jahre alt und zukünftiger Anführer des Schiffs entdeckt den Teil des Schiffes, in dem man die Eingefrorenen untergebracht hat. Und genau dort sieht er auch Amy zum ersten Mal. Amy, die starr und still in ihrem Eisblock ruht. Junior kann sie einfach nicht vergessen - ihr rotes Haar, die so helle Haut, alles das absolute Gegenteil des Erscheinungsbilds, das auf der Godspeed vorherrscht. Hier haben alle dunkles Haar, ebenso dunkle Augen und auch dunkle Haut.

Doch dann geschieht das Unfassbare - irgendjemand taut Amy auf! Nur dank der Hilfe von Junior und Doc, dem Schiffsarzt ertrinkt sie nicht in ihrem gläsernen Sarg, als die Gefrierflüssigkeit auftaut. Als sie zu sich kommt, trifft sie die Tatsache, dass das Schiff erst in 50 Jahren seinen Bestimmungsort erreichen wird, wie ein Schlag ins Gesicht. Denn es würde sie umbringen, wenn man sie erneut einfrieren würde. Also bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu bleiben, wo sie ist - und Junior dabei zu helfen, herauszufinden, was der derzeitige Anführer des Schiffs zu verbergen hat und was sich hinter der Seuche verbirgt, die vor über 100 Jahren zwei Drittel der Besatzung getötet hat ...

Nun gut, ich hab das Buch also endlich beendet. Rückblickend lässt sich festhalten, dass es mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Die Geschichte war nach einem reichlich holprigen Start recht bald wunderbar spannend und die Charaktere waren eigentlich auch ganz interessant und gut "gezeichnet". Was mich allerdings kollossal gestört hat, war dieses beklemmende Gefühl, das man nur dann hat, wenn es einfach keinen Ausweg gibt - und das war leider ein wenig zu gegenwärtig, um es noch prickelnd zu finden.

Außerdem fand ich die ganze Geschichte mit dem Heranzüchten spezieller Talente, ebenso wie diese ganze Geschichte, was nun einmal unvermeidlich ist, wenn man nur einen begrenzten Genpool zur Verfügung hat bisweilen schon ein wenig abartig. Alles in allem bleibt aber ein unterhaltsames Buch, das mal in eine ganz andere dystopische Richtung ziehlt, was mich positiv überrascht hat. Aber eben ein Buch, das einen leicht bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Daher auch nur ...

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