[Reingehört] Sabine Thiesler - Die Totengräberin

Sonntag, 27. März 2011

Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Random House Audio
Preis: 24,95 €
CDs: 6
Sprecher/in: Sabine Thiesler
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Für Magda Tillmann gibt es kein Zurück. Ihr Mann hat sie betrogen, nun soll er sterben. Nachdem sie ihr Vorhaben mit Gift in die Tat umgesetzt hat, vergräbt sie die Leiche ihres Gatten Johannes im Garten des gemeinsamen Ferienhauses in der Toskana. Sie meldet Johannes bei den Carabinieri als vermisst und bereitet sich akribisch auf alle Eventualitäten vor. Doch nicht gerechnet hat sie mit dem Erscheinen ihres Schwagers Lukas und dem Auftauchen eines zu allem entschlossenen Erpressers.

Es beginnt alles ganz idyllisch – nämlich mit einem Ehepaar, das Urlaub in der Toskana macht. Doch dass da etwas nicht stimmt, zeigt sich sehr bald daran, dass Magda Tillmann, die weibliche Protagonistin, ihren Mann Johannes ermordet und ihn im Garten vergräbt. Begründung: Er hat sie mit einer Jüngeren betrogen, und sie ist der Überzeugung, dass sie nicht mehr länger mit ihm leben kann – allerdings auch nicht ohne ihn.

Denn wer gedacht hätte, dass sie sich von nun an bemüht, jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben, der irrt. Zu Beginn sieht es zwar noch so aus, als wollte sie das, doch mit dem Voranschreiten der Zeit, beginnt sie irgendwann selbst an das Lügenkonstrukt zu glauben, das sie selbst entworfen hat, um die Spur von sich weg zu lenken.

Als dann auch noch Johannes Bruder Lukas auftaucht und ihr dabei „hilft“, Johannes zu suchen, der Magda zufolge nach Rom zu Freunden gefahren und bisher nicht zurückgekehrt ist, wird alles nur noch verworrener. Denn von jetzt auf gleich hält sie Lukas für Johannes, was ersterer allerdings auch nicht richtig stellt, da er Magda schon immer liebte und seinen Bruder dafür hasste, dass nicht er der Mann an ihrer Seite geworden war.

Doch auch damit nicht genug. Durch Zufall wird die Leiche Johannes’ von einem Verehrer Magdas entdeckt, der sie daraufhin erpresst – oder viel mehr Lukas, den er für Magdas Liebhaber hält, der Johannes getötet hat. Die Ereignisse überschlagen sich und am Ende ist es ein Handy, das tief unter der Erde „Spiel mir das Lied vom Tod“ erklingen lässt, während klar wird, dass Magda ein paar „kleine“ Schwierigkeiten damit hat, zu akzeptieren, wer tot ist und wer nicht. Wen sie ermordet hat und wen nicht.

Ehrlich gesagt, bin ich weit davon entfernt, ein Fan von Büchern deutscher Autoren zu sein – ebenso bei deren Hörbüchern. Dennoch hab ich mir Die Totengräberin angehört – und es mehr als nur ein bisschen bereut. Magda Tillmann ist eine psychisch vollkommen gestörte Person, die in ihrem Bestreben, alles ihrer persönlichen Traumwelt anzupassen, absolut und gar kein Mitleid oder gar Gnade kennt. Nach außen hin Miss Perfect, tun sich in ihr wahre Abgründe auf.

Sie schreibt Briefe an ihren Sohn, der sich schon vor einer ganzen Weile das Leben genommen hat, als würde er sie bald in der Toskana besuchen. Sie realisiert noch immer nicht, dass ihre Mutter in ihrer Kindheit ihren Vater ermordet hat, da er – und das muss man ihr wohl lassen – seine Familie terrorisiert und pausenlos betrogen hat.

Während es weiß Gott genügend anderen Autoren mit Leichtigkeit gelingt, eine derartige Protagonistin dennoch irgendwie verständlich oder gar sympathisch erscheinen zu lassen, versagt Sabine Thiesler hier auf ganzer Strecke. Fast von Anfang an, will man Magda am liebsten eigenhändig vergiften, sie in Mülltüten packen, in ihrem eigenen Garten verscharren und ihr ein Olivenbäumchen auf die Brust pflanzen. Dass die Autorin ihr Werk auch noch selbst vorliest, wobei man das bestenfalls mit der Schulnote 4- bewerten könnte, macht dieses Hörbuch auch nicht besser. Davon, dass man das Buch selbst danach gewiss nicht mehr lesen will, einmal ganz abgesehen …

Kaufen? Ganz bestimmt nicht! Reine Geldverschwendung.
Leihen? Nur, wenn es wirklich GAR nichts Besseres gibt.


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