[REVIEW] Timothy Carter: Böser Engel

Dienstag, 30. Oktober 2012

Titel: Böser Engel
Autor/in: Timothy Carter
Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: Evil?
Verlag: Knaur
Preis: 2,50€/Mängelexemplar
Seiten: 272

KLAPPENTEXT:
Ein Donnerschlag ertönte, und der Gestank nach Fliesenreiniger breitete sich aus. Wesen wie Fon Pyre riechen nicht nach Schwefel, sondern nach Reinigungsmittel. Warum, ist mir ein Rätsel. "Du schon wieder", sagte der Dämon missmutig.

Es ist nicht leicht, ein Außenseiter zu sein - aber Stuart bleibt als einzigem schwulen Teenager in einer streng religiösen Kleinstadt wenig anderes übrig. Immerhin ahnt das bibelfeste Volk nicht, dass Stuart einem ungewöhnlichen Hobby nachgeht: Er beschwört regelmäßig einen kleinen, übelläunigen Dämon, um ihn über Gott und die Welt auszufragen. Das geht so lange gut, bis eines Tages ein Engel in der Stadt auftaucht ...


ZUSAMMENFASSUNG:
Als einziger schwuler Teenager in einer durch und durch religiösen Gemeinde, könnte man allein deshalb schon davon ausgehen, dass Stuart dort nicht gerne gesehen wird. Aber falsch gedacht. Er wird dort mehr oder weniger akzeptiert und im Grunde stört sich keiner an seiner sexuellen Orientierung. Na, wenn die wüssten! Denn in seiner Freizeit beschwört Stuart immer mal wieder gerne den kleinen, aber umso hinterhältigen Dämon Fon Pyre, den er mit Hingabe im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt löchert. Und nein, Gott hat kein Problem mit Homosexuellen, wie wir dank Stuart und Fon Pyre endlich offiziell wissen.

Als ihn sein kleiner Bruder Josh jedoch eines Morgens vor der Sonntagsschule im Badezimmer erwischt, wo er sich gerade unter der Dusche vergnügt, ahnt er noch nicht, dass es sehr bald sein kleinstes Problem sein wird, der einzige schwule Teeanger der ganzen Stadt zu sein. Kaum in der Sonntagsschule angekommen, nimmt man dort nämlich die Sünde des Onan durch und Stuart ist schon sehr bald mit der tiefen Abneigung der gesamten Kirchengemeinde konfrontiert, da Josh natürlich gleich damit herausplatzen muss, was er am Morgen gesehen hat.

Stuarts nächster Besuch bei Fon Pyre bleibt natürlich nicht aus und bald steht fest, dass es keineswegs ein Zufall ist, dass die Gemeinde derart heftig auf seine "Sünde" reagiert hat. Nein, ein gefallener Engel ist in der Stadt und stachelt die ahnungslosen Stadtbewohner durch seine Präsenz an. Denn wie alle gefallenen Engel, hat auch ihn seine ganz persönliche Mission unter die Menschen geführt - zu verkünden, dass die Sünde des Onan nach wie vor verwerflich ist; sehr verwerflich. Aber zum Glück steht Stuart nicht allein im Kampf gegen den Engel mit den eigentümlichen Werten. Da wären ja auch noch Chester und der Pfarrer, der ihm immer Weihwasser schenkt, damit er Fon Pyre beschwören kann, und natürlich auch Fone Pyre selbst - ob er nun will oder nicht ...

MEINE MEINUNG:
Ich liebe dieses Buch! Die Charaktere sind mehr als einzigartig, der Humor ist einfach urkomisch und die Geschichte ist so absurd, dass sie einfach nur noch genial ist. Richtig genial. Stuart hat diese ganz bestimmte Art, auch die schlimmsten Situationen irgendwie mit einer gehörigen Menge Sarkasmus und Witz zu nehmen, was ihn wiederum zu einem wirklich sympathischen Anti-Helden macht und dem Buch erst den richtigen Pfiff gibt. Dazu kommt, dass Stuarts noch immer andauernde Schwäche für Chester nicht zu sehr in den Mittelpunkt rückt und damit das ganze Buch zur klischeebehafteten Romanze verkommen lässt. Und ich kann nur noch einmal betonen: Ich liiiiiebe dieses Buch!

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