[REVIEW] Carlton Mellick III: Die Kannibalen von Candyland

Samstag, 5. Mai 2012

Autor/in: Carlton Mellick III
Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: Festa
Preis: 16,80€
Seiten: 158
- Rezensionsexemplar –

Als er noch ein Junge war, sah Franklin Pierce die Candyfrau mit dem rosa Zuckerhaar zum ersten Mal. Sie machte die Kinder mit ihrem betörenden Erdbeerduft willenlos und fraß sie auf. Aber niemand glaubte seine Geschichte. Seither ist Franklin Pierce besessen davon, zu beweisen, dass die Kannibalen von Candyland wirklich existieren. Doch dazu muss er erst einen fangen … tot oder lebendig.
Jahrzehnte später findet er den Zugang ins unterirdische Candyland – und wird der Sexsklave der zuckersüßen Frau mit Biss …

Franklin Pierce war noch ein kleiner Junge, als sich sein Leben von einer Sekunde auf die andere von Grund auf veränderte. Es war der Moment, in dem er mit ansehen musste, wie die Zuckerfrau mit dem Zuckerwattehaar seine beiden Schwestern und seinen kleinen Bruder bei lebendigem Leib auffraß. War er zuvor schon ein wenig eigen, richtete sich sein weiteres Leben ab da nur noch darauf aus, einen der Zuckermenschen zu fangen - tot oder lebendig -, um all diejenigen, die ihm damals nicht glaubten, dass die Zuckerfrau seine Geschwister tötete, endlich vom Gegenteil zu überzeugen. 

Er heiratete eine Frau, die er nicht liebte, nur weil sie ihm zu glauben schien, dass es die Zuckermenschen wirklich gibt. Er ließ sich ein künstliches Gehirn einbauen, in der Hoffnung, den Zuckermenschen so einen Schritt voraus zu sein. Und schließlich besorgt er sich sogar eine Waffe, um einen Zuckermenschen zur Not sogar zu erschießen, um endlich einen Beweis vorlegen zu können. Aber als er die Gelegenheit bekommt, einem Zuckermenschen so nahe ist, dass er auf ihn schießen kann, trifft er nicht richtig.

In seiner Verzweiflung, seine Chance nun endlich zu nutzen, folgt er dem Zuckermann - und landet, ehe er sich versieht, mitten in der unterirdischen Welt der Zuckermenschen. Doch als er den Zuckermann endlich eingeholt hat und ihn tötet, gelingt es ihm nicht, ihn mit nach oben zu all seinen Zweiflern mitzunehmen. Und dann rettet ihm ausgerechnet die Zuckerfrau, die seine Geschwister tötete das Leben und versteckt ihn sogar in ihrem Haus vor den anderen Zuckermenschen. Doch Jujube ist keineswegs so selbstlos wie es scheint und hat eigene Pläne mit Franklin, und sie denkt nicht daran, ihn wieder gehen zu lassen ...

Dass dieses Buch etwas ganz Besonderes ist, sieht man auf Anhieb. Es ist pink und hat rosafarbene Seiten. Und außerdem riecht es auch noch nach Candy, wenn man über den Bauch der abgebildeten Zuckerfrau streicht. Und ebenso einzigartig wie seine Aufmachung, ist auch die Geschichte. Franklin Pierce beweist auf außergewöhnliche Weise, wie aus einem Kindheitstraum, dem Duft der Zuckermenschen, ein wahrer Albtraum werden kann. Dann, wenn die Zuckermenschen Kinder fressen und Franklin mitten unter ihnen leben muss, um zu überleben. Dann, wenn er sich mit der Frau verbünden muss, die seine Geschwister tötete.

Ein faszinierendes Buch, gleichwohl zuckersüß, aber auch blutig wie kein anderes. Einziges Manko ist für mich das etwas mulmige Gefühl, das das Buch hinterlässt.


Für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanke ich mich herzlich beim

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